Neu: Die “Dylan-Hour” bei Radio Darmstadt

30. Januar 2016
Photo Credits: Sony Music, William Claxton

Photo Credits: Sony Music, William Claxton

Anlässlich des 75. Geburtstages von Bob Dylan in diesem Jahr haben sich die beiden Darmstädter Dylan-Enthusiasten Marco Demel und Thomas Waldherr etwas Besonderes einfallen lassen: Im Vorfeld der großen Darmstädter Dylan-Geburtstagsfeier am 24. Mai im Theater im Pädagog werden sie ab dem 18. Februar jeden dritten Donnerstag im Monat von 21 – 23 Uhr bei Radio Darmstadt die “Dylan-Hour” über den Äther schicken.

In der Dylan-Hour – die ganz dylanesk zwei Stunden beträgt – steht in jeder Sendung eine Schaffensperiode der Musiklegende im Mittelpunkt. Los geht es im Februar mit den Basement Tapes, am 17. März folgt die Epsiode “Von Desire zu Hard Rain”, am 21. April fachsimpeln die beiden langjährigen Bobfans über Dylan, Sinatra und das “Great American Songbook” und am 19. Mai soll sich alles um das Spätwerk des US-Barden mit den Alben “Love And Theft”, “Modern Times” und “Tempest” drehen.

Aber auch nach Dylans Geburtstag möchten die beiden ihr Werk fortsetzen. Ideen gibt es genug, die Planungen laufen auch hierfür schon in Kürze an.

Radio Darmstadt: 103,4 MHZ oder Webradio auf http://www.radiodarmstadt.de .

Happy Birthday, Steve Earle!

17. Januar 2016

Steve_Earle_070Steve Earle hier vorstellen zu wollen, hieße wirklich Eulen nach Athen zu tragen. Vor gar nicht allzu langer Zeit war er wieder auf Deutschland-Tour und da er ein unheimlich produktiver Querdenker ist, gibt es auch immer wieder etwas zu vermelden. Wie jüngst auch seinen Song, der offensiv den Staat Mississippi auffordert, die konföderierte Kriegsflagge als Bestandteil der Landesfahne zu entfernen.

Dieser Tage (17. Januar) wurde der Rebell der Countrymusik, der nicht nur wegen seines persönlichen Freiheitsdranges sich gegen den Mainstream stellt, sondern auch, weil er klare politische und gesellschaftliche Ansichten hat, 61 Jahre alt. Und wer ihn in diesen Tagen im Konzert erleben durfte, der hat einen Mann gesehen, der vor Energie und Kreativität nur so strotzt, und der noch dazu auch als Person selten so aufgeräumt wirkte wie heute.

Steve Earles Stern ging Mitte der 1980er Jahre auf. Er war einer der – neben Dwight Yoakam oder Lyle Lovett – die Country mit Rock-Attitüde verbanden, und als große Hoffnungen gefeiert wurden. Sein Debüt-Album „Guitar Town“ von 1986 war ein beachtlicher Einstand und „Copperhead Road“ von 1988 wurde ein großer Erfolg. Doch Earle war wohl vom Lebensstil derjenige, der wirklich am meisten Rock’n’Roll war. Denn der Absturz folgte jäh.

Alkohol- und Heroinsucht brachten ihn in Todesnähe. Doch Earle ging nicht den tragischen Weg anderer großer Musiker wie Hank Williams, Brian Jones oder Janis Joplin. Earle besitzt ein Überlebensgen. ob er seine Dämonen besiegt hat, wissen wir nicht. Er hat sie zumindest im Griff.

Im Gegensatz zu seinem guten Freund Townes van Zandt, der viel zu früh wegen ihnen verstorben ist. Nach ihm hat er seinen Sohn Justin Townes genannt und für ihn wollte er einmal in seinen Cowboystiefeln auf Bob Dylans Kaffeetisch steigen und ihn als “den größten Songwriter der ganzen Welt” anpreisen. Wobei dieser Großmaul-Attitüde zum Trotz, er auch Bob Dylan seine ganze Karriere immer wieder gewürdigt hat und Dylans Songs ganz selbstverständlich zu seinem Live-Repertoire gehören.

Seit Ende der 1990er Jahre bringt Steve Earle regelmäßig großartige Platten heraus und hat sich in dieser Zeit deutlich politisiert, er definiert sich als Sozialisten und kritisiert die negativen Entwicklungen der US-Gesellschaft scharf. Seine Musik findet Anklang bei Kritik und Publikum gleichermaßen, und er erhielt bereits zweimal einen Grammy für das „Best Contemporary Folk Album“.

Auch auf seiner Deutschland-Tour hat er sich offensiv zum linken demokratischen Präsidentschaftsbewerber Bernie Sanders bekannt. Die Clintons sind für ihn schon zu sehr ein Teil des amerikanischen Problems und nicht dessen Lösung. Dass Steve aber meilenweit von einem wohlfeilen, aber folgenlosen “radical chic” entfernt ist, sondern mit wirklicher Empathie und Mitgefühl für die Beladenen ausgestattet ist, beweist auch sein Benefizkonzert Ende letzten Jahres, als er zusammen mit Jackson Browne, Justin Townes Earle und “The Mastersons” zugunsten der McCarton School auftrat, die eine Spezialeinrichtung für autistische Kinder und Jugendliche ist. Steve Earles 5-jähriger Sohn John Henry ist Autist und besucht diese Schule.

So bleibt dieser Steve Earle auch weiterhin ein amerikanisches Phänomen: Musikalisch verortet in der Countrymusik, politisch bei der Linken beheimatet, meint es das Schicksal trotz überstandener Drogenprobleme auch weiterhin nicht immer gut mit ihm. Doch auch die Krankheit seines Sohnes zeigt noch einmal auf: Steve Earle ist ein großer Kämpfer und ein großer amerikanischer Humanist. Happy Birthday, Steve Earle!

Von Buddha bis Woody

4. Januar 2016

DesireVor 40 Jahren erschien Desire. Dem Top-Album folgte eine ebenso produktive wie umstrittene Schaffensphase Dylans

Am 5. Januar 1976 erschien Bob Dylans Album “Desire”. Es ist nicht nur eines der bis heute erfolgreichsten Alben des Meisters, sondern für mich auch eines seiner Schönsten und Wichtigsten.

Den ersten Dylansong, den ich je bewusst gehört habe, war “Hurricane”. Im Schulunterricht, als es um Protestsongs ging. Ja, es waren die Siebziger. Der Song faszinierte mich: Melodie und Rhythmus waren straight nach vorne gerichtet und der Typ, der sang, war gleichzeitig unglaublich zornig und unheimlich cool.

Also kaufte ich mir “Desire” im Kaufhof als preisgünstige israelische Pressung und es breitete sich, auch wenn ich nicht alles verstand, ein ganzes Universum vor mir aus. Denn auf dieser Platte wurden ja neben dem Boxer Rubin Carter auch noch eine “Isis”, ein “Joey” und eine “Sara” besungen. Und die Texte waren teilweise realistisch wie eine Reportage – “Hurricane” und “Joey” – und teilweise mystisch vertrackt wie “Oh Sister” oder “Isis”. Die Songs hätten Filmdrehbücher sein können – “Romance In Durango” und “Black Diamond Bay” und sogar ein völlig überflüssiger trivialer Song war dabei, der mir aber stets gute Laune machte: “Mozambique”. Ein Album mit klaren Konturen und Schwerpunkten, sowie einer inneren Logik. Und dennoch in seiner Vielfalt so aufregend.

Denn Dylans Meisterwerk war dessen Ausdrucksform, für alles, was ihn damals umtrieben hat. Das Ende seiner Ehe, die Empathie für gesellschaftliche Outsider, die Lust auf ein Folk-Rock-Revival und die Suche nach neuem Sinn. Und so treffen sich hier also mystische Weisheiten mit Gangsterballaden, politischer Protest mit Hippie-Theater, Commedia dell’ arte mit Medicine Show: “Buddha meets James Cagney meets Woody Guthrie meets Hank Williams meets Allen Ginsberg” – Dylans Gedankenwelt dieser Zeit ist in seiner Grenzenlosigkeit großartig!

Dieses Album ist nicht denkbar ohne den Impuls Dylans, zurück “On The Road” zu gehen. Als es erscheint haben Dylan & Kollegen eine triumphalen ersten Teil der Rolling Thunder Review in kleinen Sälen im Nordosten, Dylans “Magical Mystery Tour”, hinter sich. Doch wie immer bei Dylan ist auch dieser Moment so flüchtig. Denn den Triumph von Platte und Tour folgt der Flop des zweiten Teils der Review, dem in den Stadien des mittleren Westens die Luft ausgeht. Das indian summer farbene Feuer des Gründergeistes der Neuengland-Staaten erstickt in der endlosen Weizenfeld-Monotonie des “Heartlands”. Das Tondokument “Hard Rain” ist ein Zeugnis dafür, dass hier immer noch großartige Musik gemacht wird – Dylans Stimme ist nur noch zornig und böse, selbst in den Lovesongs nie zärtlich, sondern immer sehr viril: Bestimmend, fordernd, voller Verlangen. Die Musik dazu ist hart, krachig und nimmt teilweise den Punk vorweg. Das gleichnamige TV-Special jedoch ist konzeptlos und merkwürdig fahrig und unfokussiert gefilmt. Es spiegelt daher in keinster Weise die Energie der Auftritte wieder, auch wenn es hübsche Momente – Bobbie & Joanie! – hat.

Zu Ende geht diese Phase im Dylan’schen Schaffen dann mit zwei weiteren Filmen: Sein eigener – “Renaldo & Clara” geht unter. Zu lange, zu kompliziert, zu künstlerisch ambitioniert und sicherlich auch zu unausgegoren, wird er mit hämischen und bösen Kommentaren nur so zugeschüttet. Der Film ist schon seit Jahrzehnten nicht mehr aufgeführt worden und ist offiziell auch nicht erhältlich. Hätte er sich darauf beschränkt, aus dem Live-Material der ersten Rolling Thunder Review mit einem guten Regisseur einen Konzertfilm zu machen, der Erfolg wäre ihm sicher gewesen.

So wie “The Last Waltz”. Robbie Robertson, der coole kalkulierende Businessman, hatte dies mit dem Abschiedskonzert von The Band so gemacht und gewonnen. Martin Scorseses Konzertfilm ist bis heute eine der Besten. Und – das passt zu Tragik Dylans in dieser Zeit – sein Auftritt im Film ist der absolute Höhepunkt auf den der Film hinsteuert. Auch hier purer Vollstoff-Rock’n’Roll.

Dylans Desire und seine Aktivitäten 1975/76 sind auch als eine Phase des Übergangs zu bewerten. Es folgten die Scheidung und finanzielle Verluste, eine erfolgreiche Welttournee 1978, die dennoch oftmals auch als Alimente-Tour und Las Vegas-Rentnernummer verspottet wurde und dann 1979 der Übertritt ins Christentum. Nichts war vorerst mehr geblieben von der oben genannten ebenso eklektischen wie grenzenlosen Gedankenwelt. Er brauchte einige Zeit, um sich aus dem engen fundamental-christlichen Dogmengebäude wieder zu befreien. Aber er schaffte es.

Dieser freigeistige, immer noch rebellische Verwirrkopf von “Desire” hat mich damals angesprochen, als ich die Platte hörte. Ihn suche und finde ich seither immer noch in jeder Platte, in jedem Konzert und hinter jeder Maske, die er sich aufsetzt.

 

Dylan-Day am 24. Mai 2016 in Darmstadt

29. November 2015
© Sony Music

© Sony Music

Der 75. Geburtstag von “His Bobness” wird in Rhein-Main im Darmstädter Theater im Pädagog gefeiert

Die ultimative Feier im Rhein-Main-Gebiet zu Bob Dylans 75. Geburtstag findet am 24. Mai 2016 in Darmstadt statt. Im Rahmen der Darmstädter Konzertreihe “Americana im Pädagog” wird es einen spannenden Mix aus viel Musik, Vorträgen und Diskussionen geben. Fest zugesagt haben bereits der deutsche Dylan-Kenner und Präsident der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung, Heinrich Detering, sowie die Frankfurter “DoubleDylans” und der Darmstädter Singer-Songwriter Dan Dietrich.

Die Reihe “Americana im Pädagog” gibt es seit 2014 und hat die Absicht im Rhein-Main-Gebiet Künstlern aus den Bereichen Folk, Country, Blues und Roots Rock ein Podium zu geben und in der Region eine Anlaufstelle für alle an dieser Musik Interessierten zu bieten.

Dan Dietrich

23. November 2015
Copyright: Dan Dietrich

Copyright: Dan Dietrich

Es bleibt dabei. Wer sich mit Songwriting und Folk beschäftigt, kommt an Bob Dylan nicht vorbei. Und selbst wenn man mit seinen Songs oder seiner Person nichts anfangen kann, so bleibt er doch als Referenzobjekt gegenwärtig. Wie man Dylan gleichzeitig schätzen und trotzdem respektlos begegnen kann, zeigen bereits seit einigen Jahren die Frankfurter “DoubleDylans” beispielhaft.

Und das schöne ist, die frischen jungen Songwriter, die sich nicht am überlebensgroßen Vorbild pseudo-politisch abarbeiten müssen, sondern sich ganz selbstverständlich wissenskundig seine Songs und seine Lyrik aneignen, wachsen immer wieder nach. Dan Dietrich aus Darmstadt ist einer von Ihnen. Selten habe ich Dylan-Titel in letzter Zeit so nah am Original und trotzdem ganz anders gehört wie bei dem Songwriter aus Südhessen. Seine Arrangements sind raffiniert einfach und eindringlich, seine Stimme ist voller Wärme, sein Gesang ausdrucksvoll. Da singt einer voller Überzeugung und ohne Überhöhung, mit Respekt aber ohne falsche Ehrfurcht die Songs seines berühmten Songwriterkollegen.

Und Dietrich wandelt nicht auf eingetrampelten Pfaden. Natürlich hat er auch “Blowin’ In The Wind” im Live-Programm, aber auch weniger bekannte Songs wie “Sweetheart Like You” (“Infidels” 1983) oder “Nobody ‘Cept You” (“Desire”-Outtake 1975). Letzteres hat er auch auf seine schöne EP “Dan plays Dylan” genommen. Ebenfalls drauf sind “Moonshiner”, das Dylan 1963 aufgenommen und erst 1991 veröffentlicht hat und “A Couple Of More Years”, das Dylan in seinem Film-Fiasko “Hearts Of Fire” zum Besten gegeben hat. Dazu kommen die Klassiker “A Hard Rain’s Gonna Fall” – hier sehr nah am Original, live spielt er eine sehr schöne, “freiere” Fassung – “Masters Of War” in einer rhythmisch raffinierten Version, das als Duett mit Joan Baez bekannt gewordene “Mama You’ve Been On My Mind”, sowie – Uffbasse! – als Hidden Track die Endzeit-Parabel “All Along The Watchtower”.

Dan Dietrich ist 33 Jahre alt und führt neue Generationen an Dylan heran. Unaufgeregt, bescheiden, künstlerisch stark und völlig unprätentiös. Gut so!

Wer Dan Dietrich live erleben will, kann das am Donnerstag, 25. Februar, in Darmstadt bei “Americana im Pädagog” im Doppelkonzert mit Delta Danny.

Mehr Infos und Hörbeispiele: http://www.dandietrich.net

Fünf von Sechs!

19. November 2015

AmericanaDie Reclam Musik Edition zeigt viele Stärken, ein paar Schwächen und bestätigt Bob Dylans Ausnahmestellung

Seit einiger Zeit schon gibt es die CDs mit gelbem Cover der Reclam Musik Edition. Die kleinen gelben Reclam-Heftchen waren ja immer das Manna des bildungsbürgerlichen Nachwuchses und selbst ich als Kind eines kleinen Angestellten und einer Hausfrau, der es als erster seiner Familie aufs Gymnasium geschafft hatte, bekam ja seit der Mittelstufe Zugang zu den sorgsam editierten Klassiker-Volksausgaben für das kleine Geld. Shakespeares “Julius Caesar” oder Shaws “Pygmalion” begleiteten mich durch den Englisch-Unterricht, und noch waren die Dylan-Texte, die damals auch bereits Gegenstand der gymnasialen Bildung waren, nur als billige Zettel-Kopien als Unterrichtsmaterial erhältlich.

Umso größer mein Erstaunen über die günstigen CDs mit Best Of Kompilationen in der bekannten puristischen gelben Reclam-Optik. Denn die entpuppten die sich beispielsweise bei Bob Dylan als bereits längst vorhandene Kompilation, die von Sony einfach unter neuer Flagge zweitverwertet wurden. Selbst für Reclam zu billig, dachte ich mir und irgendwie an der Grenze zum unfreiwilligen Humor.

Aber dann fielen meine Augen kürzlich auf die sechs “All About”-Kompilationen. Und siehe da – es geht doch! Den Themen Americana, Singer-Songwriter, Acoutic Vibes, Revolution, Flower Power und Epic Rock gewidmet, lassen sie keine Wünsche offen. Gut zusammengestellt, mit kundigen Liner Notes versehen von Ernst Hofacker, einer Koryphäe des Musikjournalismus, gibt die Reihe einen sehr guten ersten Überblick über die Genres.

Auf fünf der sechs Sampler ist His Bobness sowohl mit eigenen Aufnahmen, als auch als Songwriter vertreten. Das bestätigt wieder einmal seine Ausnahmestellung in der populären Musik. Nur einmal – wen wundert’s – muss er passen. Ein Epic-Rock-Werk ist im Kanon des Meisters nun wirklich nicht zu finden.

Bob Dylan in der “All About”-Reihe:

Americana: Als Interpret eigener Songs mit “This Wheel’s On Fire” (mit The Band) und “Heartland” ( bmit Willie Nelson) sowie als Songwriter mit “You Ain’t Goin’ Nowhere” von den Byrds.

Singer/Songwriter: Als Interpret eigener Songs mit “It’s All Over Now Baby Blue”.

Acoustic Vibes: Als Songwriter mit “Knockin On Heaven’s Door” in der Interpretation von Avril Lavigne.

Revolution: Als Interpret eigener Songs mit “Maggies Farm”

Flower Power: Als Interpret eigener Songs mit “Subterranean Homesick Blues”

Alle Titel sind passend ausgewählt. Nur beim letzteren finde ich das Love & Peace & Drogen-Motiv wenn überhaupt bei Dylan – Hofacker schreibt ja richtigerweise, dass Dylan nie ein Hippie war – dann eher bei Mr. Tambourine Man angesiedelt. Denn “Tambourine Man” ist wirklich der Song zum friedlichen Trip, während ich “Subterranean” dafür immer viel zu aufwühlend und als unterschwellig aggressiv und verstörend empfand. Das klingt eher nach Straßenkampf und nicht umsonst hat eine militante linke Gruppe in den USA aus diesem Song ihren Namen “Weathermen” entliehen.

Doch ich bleibe dabei. Sony/Reclam sind sehr schöne Zusammenstellungen gelungen. Für kleines Geld eine gute Einführung in die Welt von Folk, Rock und Country. Und Reclam hat bei mir seinen Ruf wieder gerettet.

Delta Danny

6. November 2015

Man übersieht sie fast, wenn sie so in einer Ecke der dunklen Kneipe an der Gitarre sitzt. Aber man kann sie nicht überhören, auch wenn sie gar nicht laut ist. Denn Delta Dannyjpgder Sound, den die Darmstädterin Daniela Schumacher, die in ihrem Künstlerleben Delta Danny heißt, erzeugt, fängt einen ein und lässt nicht mehr los.

Delta Danny hat den Blues. Diesen ewigen, archaisch anmutenden Country-Blues. Ihre Stimme, die so rauh und herb und auch irgendwie männlich klingt, als gehöre sie gar nicht zu ihr und dann doch wieder so gut zu ihrer androgynen Erscheinung passt, hat den Blues in sich. Ihr Gitarrenspiel, das sie so virtuos mit Zupfen und Picken und Anschlag beherrscht, hat den Blues in sich. Ja, ihre Erscheinung, die so klein und zierlich ist, und mitunter so verloren wirkt, hat den Blues in sich. Ihr Songwriting, das so klassisch und genretypisch ist, dass ihre Songs selbst zwischen den ganz großen Klassikern dieser Musik wie “Sweet Home Chicago” oder “I’m Ready” bestehen kann, hat den Blues in sich.

Auf ihrem Doppelalbum “The Blues And More… I & II” sind 18 Stücke – Coverversionen wie eigene Songs – vereinigt. Sie verneigt sich vor den ganz Großen ihrer Zunft wie Robert Johnson, Willie Dixon, Mississippi John Hurt und covert sogar Bob Dylan (“Knockin’ On Heavens Door”) und macht aus seinem bestens bekannten Klassiker etwas ganz eigenes. Ein leises Stück voller Schwermut und Endlichkeit. Ihre eigenen Songs künden denn auch mit viel Melancholie vom Verlust, vom Abschied und der Erinnerung – sie verkünden den Blues.

Dass da mit “Whiskey In The Jar” ein totgenudelter Pub-Klassiker irgendwie nicht rein passt, fällt als keiner Schönheitsfehler kaum ins Gewicht. Ein starkes Album. Aber Uffbasse: Diese Musik verdient Aufmerksamkeit, denn sie ist so zart und zerbrechlich, dass sie als Hintergrundmusik für was auch immer eigentlich viel zu schade ist. Es ist ihr zu wünschen, dass sich das weit rumspricht. Viele spielen und singen den Blues handwerklich gut. Aber Delta Danny hat mehr. Sie hat den Blues in sich.

Kostprobe gefällig? Delta Danny auf der Bühne des wunderbaren Rodgauer Musik-Clubs “Maximal”:

Bob Dylans Traum von Amerika

18. Oktober 2015

Sarbrücken erliegt der Magie eines amerikanischen ideellen musikalischen Gesamtkünstlers

Bob Dylan war schon frühzeitig nicht mehr der Name eines Künstlers sondern ein von Robert Zimmerman erfundenes und von ihm nach seinem Belieben immer wieder neu gestaltetes amerikanischea Kunstwerk.

Der High-School-Rock’n’Roller und abgebrochene Kunststudent Zimmerman traf erst in der Folkszene in Cambridge dann in New York ein, als das Folk-Revival und die kritische Jugendbewegung sich anschickte, den verwässerten Limonaden-Rock wegzuspülen. Dylan war intelligent und saugte alles Mögliche an Musik, Lyrik, Belletristik, historDylanConcert2015ischen Abhandlungen und Dramatik auf, und setzte es in Folk und Bluesmusik um. Später vollzog er immer wieder historische Wendungen und eignete sich die anderen amerikanischen Roots-Musik-Stile an: Rock, Country, Gospel. Und ganz nebenbei erfand er mit “The Band” im Keller seines Hauses das Americana.

Wenn Bob Dylan dieser Tage – wie nun an einem Herbstabend in Saarbrücken – als 74-jähriger auftritt, dann hat Songs im Gepäck, die von seiner neuesten Wendung künden. Dylan hat sein öffentliches Spektrum nun um das “Great American Songbook” erweitert. Er hat die Grenzen der ruralen amerikanischen Volksmusik verlassen und sich dem Urban-Pop der 30er und 40er Jahre zugewandt: Cole Porter, Frank Sinatra, Bing Crosby. Seine aktuelle Tournee ist quasi der Showroom von Dylans endgültiger Metamorphose zum amerikanischen ideellen musikalischen Gesamtkünstler.

Bob Dylan croont mit großer Lässigkeit, aber dennoch voller Engagement und Hingabe diese Songs. Er streut sie in sein Programm so ein, dass Sie zusammen mit den Songs seines bedeutenden Alterswerkes “Tempest” das Gerüst und Rückgrat seines derzeitigen Konzertformats bilden. Und so springt er von Folk zu Blues zu Country zu Swing und zurück. Hier und da ein bisschen Bluegrass und Rock’n’Roll – und fertig ist Mr. Dylans musikalische amerikanische Klanglandschaft.

Das Bühnenbild und die Mitmusiker inszenieren die Erinnerung an die dunklen Jazzclubs der amerikanischen Großstädte in den 1940ern. An diesem Abend in Saarbrücken konterkariert Dylan dies, indem er einen schmucken Cowboy-Showanzug trägt. Auch hier ist wieder klar. der alte Dylan überlässt nichts mehr dem Zufall, alles ist detailliert geplant.

So auch die Setlist, die unverändert durch Europas Hallen wandert. Inhaltlich ist Dylans Alterswerk auch als Performer auf die wesentlichen Themen fokussiert: Zeit, Liebe, Tod. Alle dargebotenen Songs variieren dies: “Things Have Changed” und “Long And Wasted Years”, “She Belongs To Me” und “I’m A Fool To Love You”, “Highwater Everywhere” und “Scarlett Town”, “Tangled Up In Blue” und “Why Try To Change Me Now”, “Autumn Leaves” und “Love Sick”.

Dylan wirkt dabei so beseelt und ist gut bei Stimme wie selten. Auch physisch wirkt er stabiler als beispielsweise noch vor zwei Jahren. Er steht öfters ausgiebig in der Mitte der Bühne und setzt sich seltener an den Flügel. Scheint wieder besser auf den Beinen zu seinen derzeit. So entsteht ein unterhaltsames, abwechslungsreiches musikalisch hervorragendes Konzert, das nur mit einem ganz großen Hitklassiker auskommt und gerade deswegen die Größe dieses Künstlers abbildet. Denn mit diesem Programm begeistert er die Leute mit großer Leichtigkeit.

So detailliert Dylan aber an seiner Performance arbeitet, umso großzügiger versteht er sich nur noch als Meister des großen Wurfs. Mit den großen Alltagsproblemen unserer Welt beschäftigt er sich vordergründig nicht. Wer aber genau hinhört, weiß um die Botschaften, die dieser Künstler dennoch im Subtext sendet. Dylans Amerika ist das ideelle Amerika als Freiheits- und Glücksversprechen. Neu und verstärkt begründet in der Zeit, aus der auch seine neuen Lieder stammen und in der auch Dylan geboren wurde: In den USA der 1930er und 1940er Jahre, als Roosevelts New Deal vielen Amerikanern endlich die Hoffnung gab, wirklich am Reichtum des Landes partizipieren zu können. Dass dies heute weiter denn je entfernt ist von der amerikanischen Realität, ist Dylan bewusst, und so hat er schon vor Jahren Wasser in den Wein gegossen, als er nicht in den großen Obama-Hype miteinstimmte und vor allzu großen Erwartungen warnte. Die Entwicklung hat ihm Recht gegeben.

Und dennoch singt Dylan gegen Ende ein ganz aufgeräumtes, fast schon fröhlich klingendes “Blowin’ In The Wind”. Denn irgendwo ganz versteckt, glaubt er wohl immer noch an seinen amerikanischen Traum.

Eine erneute Selbstverständigung: Mein Sehnsuchtsort “Amerika”

13. Oktober 2015

DSC01792Angesichts der Vehemenz und Unübersichtlichkeit der aktuellen Krisenthemen “Ukraine”, “Flüchtlinge”, “Naher Osten” und TTIP versuchen sich die Menschen wieder an einfachen Erklärungsmustern. Wahlweise sind es die Russen, die Ausländer oder die Amerikaner. Letzteres ist gerade auch unter vielen Linken eine gern verwendete Denkfigur.

Man muss die amerikanische Politik angesichts von Drohnenkrieg, global-strategischen Wirtschaftsinteressen und den aktuellen Weltkrisen kritisch sehen. Was man aber nicht darf, ist in plumpen Antiamerikanismus verfallen. Dieses Land ist groß und widersprüchlich. Und es gibt ein Amerika jenseits der engen Verflechtung zwischen Politik, Konzernen und Militär, abseits von Tea Party und christlichem Fundamentalismus. Es lohnt sich, gerade heute dieses “andere” Amerika wieder ins Bewusstsein zu rufen.

Diesem “anderen” Amerika haben wir Woody Guthrie, Pete Seeger, Joan Baez und Bob Dylan zu verdanken. John Steinbeck und Jack Kerouac. Bürgerrechtsbewegung, Martin Luther King, Black Panther und Angela Davis. Robert Redford, Tim Robbins und Michael Moore. Hier gab es mit dem Roosevel’tschen New Deal den ersten demokratischen Sozialstaat. “Sit- in” und andere Protestformen der aufbegehrenden Jugend der 1960er Jahre haben hier ihren Ursprung. Und auch die deutsche Liedermacher-Bewegung wäre nicht zu denken, ohne das amerikanische Folk-Revival. Ob Thomas Mann oder Lion Feuchtwanger, Theodor Adorno, Max Horkheimer und Herbert Marcuse. Sie alle fanden hier während der Nazizeit Zuflucht und kamen mit den Befreiern 1945 zurück.

Die amerikanische Jugendkultur war die frische Alternative zur belasteten Deutschtümelei der Nazis. Jazz, Rock’n’Roll und auch Countrymusik floss in die deutsche Alltagskultur ein. Ganz abgesehen von James Dean, Bonanza, Flipper und Lassie. Als in den 1960er Jahren Geborener ist man in der alten Bundesrepublik mit einer klaren Westbindung aufgewachsen. Auch im Protest gegen die Gefahren von Krieg und Umweltzerstörung in den 70er und 80er Jahren waren die Jugendbewegungen stets kulturell transatlantisch geprägt. So wurde damals auch bei den Jungkommunisten der SDAJ weitaus mehr Zappa gehört und gekifft, als schwermütig bei Wodka russische Weisen gesungen.

Währenddessen bleiben alle diese Musiker, ob Protestsänger oder Rocker doch bei aller Kritik an ihrem Land und dessen Regierungen stets leidenschaftliche Amerikaner. Woody war ein kommunistischer Patriot, Pete Seeger trat mit Bruce Springsteen bei Obamas Inauguration auf, und auch der kritische Filmemacher Michael Moore steht zu seinem Amerika. Bob Dylan spielte 1966 in Paris vor einem riesengroßen Sternenbanner. John Mellencamp beschwört mit Neil Young und Willie Nelson jedes Jahr bei Farm Aid den amerikanischen Geist. Steilvorlage lieferte ihnen Dylan, der beim Live Aid-Konzert für die Hungernden Afrikas schon 1985 die Globalität der die Armut schaffenden Strukturen erkannt hatte, als er um Hilfe für die amerikanischen Farmer bat. Karitative Hilfe für die Dritte Welt reicht nicht aus, wenn sie nicht von gesellschaftsverändernden Demokratisierungsprozessen überall begleitet wird.

Und alle diese Musiker – ob die Rock-Klassiker Dylan, Springsteen, Mellencamp und Young oder die heutigen Szenevertreter von den Avett Brothers und Mumford & Sons, bis zu Jack White, Gaslight Anthem und den Felice Brothers, schöpfen aus dem Reservoir der Tradition ihrer amerikanischen Musik: Folk, Blues, Gospel, Country und früher Rock’n’Roll. Robert Johnson und Jimmie Rodgers. Die Mississippi Sheiks und die Carter Family. Ernest Tubb und Muddy Waters, Hank Williams und Howlin’ Wolf. Elvis und Chuck Berry. Ray Charles und Johnny Cash. Mavis Staples und Loretta Lynn. Sie alle und noch viel mehr machen die Vielfalt dieser amerikanischen Musik aus. Diese amerikanische Musik ist von ihrem Ursprung her die Musik des armen und des anderen Amerika. Sie steht für das alte unheimliche Amerika und für das, welches das Unrecht anhand der guten amerikanischen Werte überwinden will. Sie steht für die Klasse an sich und die Klasse für sich. Das macht sie für mich so spannend und fordert so die Beschäftigung mit ihr immer wieder aufs Neue hinaus. Von den ersten Anfängen mit Bob Dylan, der bis heute eine wichtige Konstante in meinem Leben darstellt bis heute, wenn ich nach den Verbindungen von gesellschaftlichen Veränderungen in den USA und der Weiterentwicklung des Americana forsche.

Und im CD-Spieler laufen die Neo-Western-Swinger der 90er Jahre, BR 549, mit Dylan-Sideman Donnie Herron an Geige, Mandoline und Steel-Guitar. Es gibt einfach kein Ende…

„The Cutting Edge“ – Die Transformation des Folkies zum Rockpoeten

26. September 2015

Cutting EdgeNa klar. Die muss ein Dylan-Fan haben. „The Cutting Edge – The Bootleg Series Vol. 12“ wird einen atemberaubender Einblick in eine der wichtigsten Phasen in der Geschichte der populären Musik geben. Wir erleben die Transformation des Folksängers und Songwriters Bob Dylan zum Rockpoeten, Performer und Superstar. Ohne die drei Alben „Bringing It All Back Home“, „Highway 61 Revisited“ und „Blonde On Blonde“ wäre Dylan sicher ein anerkannter Songwriter geblieben und als wackerer Folksänger heute zumeist in Gemeindesälen, kleinen Hallen und auf Kleinkunstbühnen unterwegs. Doch mit diesen drei Alben zeigte sich Dylans Ausnahmestellung. Vier gute Gründe dafür:

  1. Die Risikobereitschaft. Er hat Erfolg, er hat sein Publikum. Die anderen folgen ihm. 1965 ist die Protestsongwelle auf dem Höhepunkt: Barry McGuires „Eve Of Destruction“ und Donovans Version von „Universal Soldier“ wären ohne Dylan gar nicht denkbar. Doch Dylan verlässt die eingetrampelten Pfade und verstört seine Fans. Dies sollte bei ihm ein durchgängiges Karriereprinzip werden.
  2. Die Songpoesie. Themen und Bilder der Songs dieser Zeit liegen förmlich auf der Straße. Dylan absorbiert die unruhige Atmosphäre und die offenen Widersprüche der westlichen Welt wie keiner vor und nach ihm. Subterranean Homesick Blues, Mr. Tambourine Man, Ballad Of A Thin Man, It’s Alright Ma, Desolation Row – Allesamt geniale Werke, die sowohl einen aktuellen Bezug, als auch eine universelle Bedeutung besitzen. Mit stimmigen Bildern wird der Kampf des Individuums um Autonomie im Kapitalismus beschrieben. Ein Kapitalismus, der sich heute längst zur globalen Macht aufgeschwungen hat und in seiner neoliberalen Form zur Gefahr für Frieden, Umwelt und Demokratie geworden ist. Denn die Gewinner des Neoliberalismus wollen ihre Pfründe und ihre Art des Wirtschaftens erhalten und nehmen keine Rücksicht auf Demokratie und der notwendigen sozialen Gerechtigkeit und die Verlierer der wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Entwicklungen sowohl in den Zentren, als auch an der Peripherie agieren desparat, irrwitzig oder gewalttätig und suchen wieder einmal Zuflucht in falschen Heilslehren und bei obskuren Führern. Den einen oder anderen damaligen Song von Dylan heute neu gelesen, lässt einen erschaudern, so aktuell klingt er.
  3. Die Musik. Der quecksilbrige Klang. Die Verschmelzung von folkorientierter Songaufbau mit rockorientierter Instrumentierung und Performance. Und Dylans, wie ich meine, bis heute unterschätzte Begabung, Melodien zu schreiben, die im Ohr bleiben. „Like A Rolling Stone“, „I Want You“, „Just Like A Woman“, „Mr. Tambourine Man“ zeichnen sich durch prägnante Melodien aus, die wiedererkennbar sind. Auch dies ist ein Grund für Dylans Erfolg.
  4. Das Bewusstsein für die eigene Musiktradition. Dylan war 1965 und 1966 eindeutig Avantgarde. Durch die Verschmelzung verschiedener amerikanischer Musiktraditionen – weißem Country und schwarzem Blues aus dem Süden, Folk von der Ostküste – und seiner Songpoesie, seinen Themen und seiner exaltiert-arroganten Haltung schuf er etwas bis dahin nicht dagewesenes. Er war die Sonne, um die die Planeten kreisten und rieb sich mit einem anderen Avantgardisten – Andy Warhol. Doch Dylans Musik ist nicht nur nach vorne gewandt, sie ist auch geerdet, hat Wurzeln. Jimmie Rodgers und Robert Johnson, Woody Guthrie und Hank Williams, Pete Seeger und Muddy Waters – ihr Echo hallt in dieser Musik nach. Doch das bemerken damals nur wenige. Umso verwunderter sind sie daher später darüber, welche Musik Dylan dann ab 1967 spielt.

„The Cutting Edge“ wird es in drei Versionen geben. Als „Essential“ auf zwei Scheiben. Als „Best Of“ auf sechs Silberlingen und als „Complete“ auf 16 Discs. Da ist dann quasi jeder Ton, der im Studio aufgefangen wurde, zu hören.

Ich bin gespannt. Natürlich sind viele der Aufnahmen in der Dylan-Welt schon lange bekannt. Aber so eine offizielle Veröffentlichung ist immer noch was anderes. Und doch würde ich mir nun nach den vielen Bootleg-Series Veröffentlichungen aus den 60ern nun auch mal was aus anderen Schaffensperioden des Meisters wünschen. Aus den 70ern, 80ern und 90ern gibt es noch recht viele Schätze zu heben. Voraussetzung der Meister macht das mit.


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