Bob Dylan: Together through life

ttlDas neue Album von Mr. Zimmerman steht ins Haus

 

Rechts angetäuscht und links vorbeigezogen. Monatelang schon diskutierte die Musikwelt im allgemeinen und die Dylan-Community im besonderen das Hank-Williams-Projekt des Mannes aus Minnesota – er sei dabei Texte aus dem Nachlass des Country-Übervaters mit Musikerkollegen zu vertonen –  da verhärteten und bestätigten sich schließlich die Gerüchte: Bob Dylan bringt Ende April sein neues Studio-Album heraus. Titel: „Together Trough Life“.

 

Dylan durchlebt wohl im Moment die fruchtbarste und arbeitsreichste Phase seines künstlerischen Wirkens seit den Mittsechzigern und Mittsiebzigern. Erinnern wir uns: 2001 „Love and theft“, 2002 die Chronicles, 2003 „Masked and Anonymous“, dazu die Never Ending Tour mit jährlich über 100 Konzerten, seit 2006 die „Theme Time Radio Hour“, im selben Jahr dann sein bisher letztes Studioalbum „Modern Times“. Dazu etliche Gastauftritte, Referenzprojekte und Filmkompositionen.

 

Und damit beginnt auch die Geschichte seiner neuen CD. Olivier Dahan, der Regisseur des Edith Piaf-Biopics „La Vie En Rose“ gewann Dylan dafür, einen Song zum Soundtrack seines neuen Werkes „My Own Love Song“ beizusteuern. Bei dieser Auftragsarbeit im vergangenen Herbst muss die Folk-Rock-Legende dermaßen von der Muse geküsst worden sein, dass er schnell entschlossen seine Tourband und ein paar Gastmusiker – u.a. David Hidalgo von Los Lobos – zusammentrommelte und – so hört man – zwischen 10 und 13 Songs aufnahm. Im Dezember wurde letzte Hand an die Bänder gelegt und Anfang des Jahres dann entschieden, das Ergebnis Ende April – während Dylans Europatournee – zu veröffentlichen.

 

Dylan und sein langer Arm Jeff Rosen verstehen es mittlerweile gekonnt sowohl mit den Medien, als auch mit den Erwartungen der Fans zu spielen. Geschickt nutzt man die Kanäle der internationalen Dylan-Gemeinschaft, um langsam, aber stetig, aus einer Chimäre etwas Reales zu machen. Die Information zu verknappen, in die richtigen Kanäle zu speisen und zu mystifizieren – das ist die Strategie von Dylans PR-Maschine.

 

Zuerst durften nur die Oberen von Sony Europe die fertigen Bänder hören, dann waren die Leitmedien der Popmusikwelt an der Reihe. Und seit in Amerika der Rolling Stone und in Großbritannien das Mojo-Magazin uns ihre ersten Höreindrücke miteilten, ahnen wir, was da auf uns zukommt. Die Titel heißen „I Feel A Change Coming On“, „My Wife’s Hometown“ oder „Beyond Here Lies Nothin“. Neigt man diesen ersten Hörern zu glauben, zeigt sich Mr. Dylan so kraftvoll, entspannt und doch voller Feuer wie schon lange nicht mehr. Zugleich dunkel, poetisch wie humorvoll sollen die Texte sein. Die Musik ist Country und Bluesrock mit Referenzen an Texas-Dancehall-Musik, Texmex und Chicago-Blues.

 

Bald wird man noch mehr über dieses Album erfahren. Es könnte ein weiterer Meilenstein der Dylan-Geschichte werden. Denn die ist auch nach Modern Times, Dylans größtem kommerziellen Erfolg seit vielen Jahren noch lange nicht zu Ende.

2 Antworten to “Bob Dylan: Together through life”

  1. Extraterrestra Says:

    Damit das Warten aufs Christkind nicht ganz so lange dauert =)
    http://www.etsy.com/view_listing.php?listing_id=22519397
    Schöner Blog!
    Ein wunderbares Wochenende Euch
    Frauke

  2. Glarean Magazin Says:

    Bob Dylan: «Together through life»…

    .
    Altersmilde oder Altersmüde?
    Noch immer, und schon wieder scheidet Robert A. Zimmermann (alias Bob Dylan) die Popmusik-Geister: Nach seinen drei letzten Alben «Time Out Of Mind» (1997), «Love And Theft» (2001) und «Modern Times» (2006) legte der 68-j…

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