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Willie Nile

23. Juni 2009

willie-nile_2Wem Bob Dylan schon immer zu intellektuell, Bruce Springsteen zu aufgesetzt-arbeiterhaft, Tom Petty in letzter Zeit zu eremitisch, John Mellencamp zu vage und Lou Reed schon immer zu androgyn-avantgardistisch war, dem sei Willie Nile empfohlen. Wer eingängigen schnörkellosen Mainstream-Rock mit eingängigen Melodien und Texte mit Anliegen mag, der wird hier bestens bedient.

Unglaublich, aber wahr – der mittlerweile 61-jährige Nile ist noch immer ein Geheimtip. Auch der Autor dieses Blogs hat ihn erst vor kurzem entdeckt. Dabei mischt Willie schon seit Ende der 70er in der New Yorker Szene mit. Wurde zur großen Rock-Hoffnung erkoren, als x-ter „neuer Bob Dylan“ gefeiert, bis ihn ein jahrelanger Rechtsstreit mit seiner Plattenfirma lahm legte.

Seit einigen Jahren ist er wieder da, ohne den großen kommerziellen Durchbruch, dafür aber mit einem treuen Fangemeinde und höchster Anerkennung durch Musikerkollegen. Von Lucinda Williams  bis Little Steven und „The Boss“ himself zollen sie ihm, dem „New York Troubadour“, großen Respekt.

Und wenn er auch manchmal vielleicht zu unschuldig wohlbekannte Rock-Klischees benutzt: Willie Nile ist ein großer Musiker, ein aufrechter Straßenrocker. Hören sollte man ihn bevorzugt entweder in live New York oder wenigstens mit Gedanken an den Big Apple. Und im CD-Spieler sollte entweder „House of a thousand guitars oder „Streets of New York“ laufen.

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