Archive for the ‘Folk-Rock’ Category

„Indie, Woody, Country“

24. August 2017

„Americana im Pädagog“ bleibt auch im zweiten Halbjahr 2017 abwechslungsreich und vielfältig

„Americana im Pädagog“-Kurator Thomas Waldherr

Die Darmstädter Konzertreihe „Americana im Pädagog“ versucht immer wieder die große Bandbreite dieser Musik darzustellen und auszuloten. Nach dem erfolgreichen ersten Halbjahr mit fünf (!) bestens besuchten Veranstaltungen – „Lovesongs For The Other America“ (Folk- und Protestsong), „Mississippi“ mit Richie Arndt (Blues), The Lasses & Sue Ferrers (American Mountain Music & ihre schottisch-irischen Wurzeln), Sonia Rutstein (Folk & Folkrock) und „Bob Dylan: Planetenwellen“ mit Heinrich Detering und Dan Dietrich (Lesung mit Musik) wird auch im Herbst ein abwechslungsreiches und vielfältiges Programm im Theater im Pädagog geboten.

Kurator Thomas Waldherr, Musikjournalist sowie Americana- und Bob Dylan-Experte: „Die Spanne reicht diesmal von jungem Indie-Folk mit dem Duo Kenneth Minor am 28.9. über das humorvolle Americana-Programm der Lucky Wilson Band am 26.10 sowie einem Vortragsabend zur amerikanischen Folk-Ikone Woody Guthrie am 8.11. bis hin zum vorweihnachtlichen ‚Classic Country & Christmas‘-Abend mit der Texas House Band am 30.11.“ Beginn der Veranstaltungen ist jeweils 20 Uhr.
Auch TIP-Direktor Klaus Lavies ist voller Vorfreude: „Gut, dass es wieder losgeht, die Americana-Reihe ist eine wichtige Säule im Programm und erfährt durchweg einen sehr guten Zuschauerzuspruch.“

Hier die Veranstaltungen im Einzelnen:

Kenneth Minor (Donnerstag, 28. September, Eintritt 8 Euro)
Indie-Folk
Das Publikum darf sich auf ein ganz besonderes Duo-Paket voller neuer Geschichten und Folk-Songs freuen, die das Leben schreibt. Vorgetragen mit einer Gitarre und zwei Stimmen von Jörg Christiani und Athena Isabella. Mit Melodien, „die“, so der Rolling Stone, „von Mark Everett, Ray Davies oder They Might Be Giants“ stammen könnten. Die neue Platte “Phantom Pain Reliever“, zu der jüngst Jakob Friedrichs (Element of Crime) mit den Worten: „Tolle Songs, toller Sound und auch die Instrumentierung ist schön“ gratulierte, haben Kenneth Minor natürlich mit im Gepäck.

The Lucky Wilson Band (Donnerstag, 26. Oktober, Eintritt 12 Euro)
Finest Americana Music
Blues-Rock-Country-Swing der Marke LUCKY WILSON BAND ist 100% handmade, authentisch amerikanisch und für hiesige Breitengrade ziemlich unverwechselbar. „Grandpa“ Lucky Wilson (Git./Voc.) und seine vier „Geschwister“ Virginia Wilson, geb. Woolfe (Geige/Voc.), Willie Wilson (Baß/Voc.), Phil „the Kid“ Wilson (Git.) und Santa Claus Wilson (Drums) stehen für virtuose Spielfreude und vielstimmige Gesangsparts mit einem gezielten Schuß Entertainment. Unter einer Bedingung: die Sheriffs müssen draußen bleiben.

Woody Guthrie – Leben und Wirken (Mittwoch, 8. November, Eintritt 10 Euro)
Multimediavortrag von und mit Thomas Waldherr
Woody Guthrie ist eine Legende der Folkmusik und eine kulturelle Ikone der US-amerikanischen Linken. Mit „This Land Is Your Land, This Land Is My Land“ schrieb er die Hymne des „anderen Amerika“ und beeinflusste Musiker wie Pete Seeger, Joan Baez und Bob Dylan. Aus Anlass seines 50. Todestages – Guthrie verstarb am 3. Oktober 1967 im Alter von 55 Jahren an den Folgen der Nervenkrankheit Chorea Huntington – hält Thomas Waldherr im Rahmen einer Kooperationsveranstaltung der Volkshochschule Darmstadt mit „Americana im Pädagog“ einen Vortrag über Werk und Wirkung Woody Guthries vor dem Hintergrund der gesellschaftlichen Entwicklungen in den USA von den 1930er bis 1960er Jahren. Der Multimediavortrag mit vielen Musikbeispielen soll einen spannenden Einblick in dieses Kapitel der amerikanischen Gesellschafts- und Kulturgeschichte geben.

TeXas House Band (Donnerstag, 30. November, 12 Euro)
Classic Country & Christmas
Das abwechslungsreiche Programm der TeXas House Band reicht von traditionellen Cajun-, Blues- und Bluegrass-Songs über kernige Country-Klassiker und Western Swing hin zu gefühlvollen Balladen und teils poppig-melodischen Eigenkompositionen von Songwriter Helt Oncale. Charakteristisch für die TeXas House Band sind eine große Spielfreude und Musikalität, ein authentischer Sound und eine lockere, entspannt amerikanische Atmosphäre, die sich automatisch auf das Publikum überträgt. Beim Darmstädter Konzert läuten sie mit Country-Klassikern und Country-Christmas-Songs kurz vor dem 1. Advent die Vorweihnachtszeit ein. Die TeXas House Band sind: Helt Oncale (Gitarre, Fiddle, Gesang), Dave Schömer (Bass, Gesang), Christian Schüssler (Drums) und Dietmar Wächtler (Pedal Steel, Gesang)

Karten für die Veranstaltungen können im Vorverkauf online unter http://www.paedagogtheater.de erworben werden. Vorbestellungen sind unter 06151 – 66 01 306 telefonisch und unter theaterimpaedagog@gmx.de per E-Mail möglich.</strong

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Conor Oberst und die Felice Brothers

16. August 2017

Es war ein inspiriertes, energiegeladenes, kraftvolles Konzert, das Conor Oberst da gestern Abend in der Frankfurter Batschkapp gegeben hat. Der Künstler, nicht immer berechenbar in Laune, Zustand und Tagesform zeigte sich wach und spielfreudig. Mit dabei in der Backing Band waren auch zwei Felice Brothers, James Felice an den Tasteninstrumenten und Greg Farley an der Geige. Zwei, die selber Teil einer erfolgreichen Band sind, fügen sich hier ein, um Conors musikalische Begleiter zu sein. Unprätentiös sind die Jungs und die Musikerschar auf der Bühne wirkt da fast schon familiär. Kein Wunder, kennen sich die Felice Brothers und Conor Oberst nun auch schon zehn Jahre, seit sie Vorgruppe seiner Bright Eyes waren.

Vielleicht ist es genau das, was das einstige Wunderkind, der in den letzten Jahren immer wieder großartige Musik mit mal divenhaftem, mal verpeilten Gehabe gemischt hat, braucht. Nicht mehr die Fanfare, der Leuchtturm, das Wunderkind zu sein, sondern Teil einer musikalischen Freundeskreises.
Und so erleben wir ein perfektes Americana-Folk-Rock-Konzert mit viel Akustik-Gitarre, Geige, Akkordeon und Mundharmonika plus E-Gitarre und Schlagzeug. Oberst spielt viele seiner Klassiker wie „Four Winds“ von den Bright Eyes und vieles vom neuen Album wie den Schunkel-Abräumer „Afterthought“ und das großartige „Barbary Coast“.

Fanfare, Leuchtturm, Wunderkind – all das spielt keine Rolle an diesem wunderschönen Konzertabend. Vielleicht ein Zeichen dafür, dass Conor Oberst diese ewigen Bürden hinter sich lässt und weiter befreit aufspielt.

Photo Credit: Conor Oberst, Twitter

Elvis & Nixon, Johnny & Tricky Dicky, Bobby & Jimmy

27. Dezember 2016

Seltsame Duos der amerikanischen Musikgeschichte

elvis-pic-2Ich muss es zugeben, Elvis war nie mein Mann. Als ich begann, bewusst Musik zu hören, da entdeckte ich das coole und rebellische in einem Dylan, der „Hurricane“ sang und zu diesem Zeitpunkt 35 Jahre alt war. Seine Performance, sein Vortrag war voller Spannung, ein einziges Versprechen des Nonkonformismus. Was ich von Elvis damals sah, war ein sehr dicker Typ im peinlichen Glitzeranzug. Und zig Imitatoren. Echt peinlich.
Erst später habe ich gelernt, ihn zu respektieren. Als wichtige Figur für den Rock’n’Roll. Dabei war er nicht mehr und nicht weniger als der von Sam Philipps lang ersehnte weiße Junge, der den schwarzen Rhythm & Blues zum Rock’n’Roll für die weiße Käuferschicht machen konnte. Wirklich erfunden hatten den Rock’n’Roll schwarze Musiker wie Sister Rosetta Tharpe oder Chuck Berry. Und der genialste weiße Rock’n’Roller, der das rebellische, widerspenstige auch wirklich lebte, war und ist Jerry Lee Lewis. Als wir dann das erste Mal im Süden unterwegs waren, haben wir uns Elvis‘ Geburtshaus in Tupelo angeschaut, uns Graceland aber gespart.

Dennoch bin ich in den Film „Elvis und Nixon“ gegangen. Weil ich mir durchaus ein paar interessante popkulturelle Dialoge zwischen den Protagonisten erhoffte. Doch was kam wer leider zu wenig, der Film blieb unter den Möglichkeiten des vorgegebenen Themas. Daher hier von mir ein paar Anmerkungen zu diesem Film über diese ungewöhnliche Begegnung im Jahr 1970 und weiteren Interaktionen zwischen US-Präsidenten und Musikstars.

Presley schmeißt sich mit Antikommunismus ran
Klar, Nixon (Jahrgang 1913), konnte mit Elvis (Jahrgang 1935) nicht viel anfangen. Neben dem Alter und dem Rock’n’Roll trennte die beiden auch sonst viel. Während Nixon Sohn kalifornischer Quäker war, die Tanzen und Spielen ablehnten, war Elvis Südstaatler und von der Assembly of God Church geprägt, einer Pfingstler-Sekte, in der Musik und ekstatische Performance im Gottesdienst eine wichtige Rolle spielten. Einige frühe Rock’n’Roller, so auch Jerry Lee Lewis, waren Pfingstler. Nixon war ein durch und durch rationaler Politiker, ein Vertreter der alten republikanischen Partei, Presley dagegen vom irrationalen Moment des Sektenglaubens des armen Südens geprägt. Sehr viel konnten sie nicht miteinander anfangen. Die Wandlung der Republikaner zu Mehrheitspartei im Süden war erst am Anfang. Noch war sie die Partei des reichen Nordens und der Küsten. Doch Nixon war klar, dass ein Foto mit Elvis ein guter PR-Gag für ihn sein würde. Nixon ging also taktisch mit Elvis um.

Der wiederum wollte wiederum auch seinen persönlichen Vorteil aus dem Treffen ziehen. Er wollte ein Abzeichen des „Büros für Narkotika und gefährliche Drogen“. Während er seine Bitte an Nixon in einem Schreiben mit allerlei reaktionärer Paranoia gegen Hippies, Black Panther und Gegenkultur sowie einem Waffengeschenk würzte, ging es ihm im Grunde nur darum, so seine Witwe Priscilla, mit dem Abzeichen die ultimative Macht zu bekommen, ganz legal in jedem Land Waffen zu tragen und alle Drogen zu nehmen, die er wollte. Wow, ganz schön abgedreht, der „King Of Rock’n’Roll“. Das ganze Thema hätte der Film aber weitaus tiefer, rasanter und virtuoser ausspielen können. Schade.

Cash kontert mit Protestsongs
Von ganz anderem Kaliber – guter Übergang! – war dagegen Johnny Cash. Der hatte bei seinem Treffen mit Richard Nixon im Juli 1972 ein klares inhaltliches Anliegen. Es ging um eine Reform des Justizvollzuges und da war für Cash, der selber schon damit in Berührung gekommen war und natürlich bekannt war für seine Gefängniskonzerte in Folsom Prison und San Quentin, die Humanisierung der Haftbedingungen ein wichtiges Thema. Doch das Treffen verlief anders als gedacht. Nixon wünschte sich zu Beginn des Gesprächs von Cash zwei Songs. Allerdings nicht dessen eigene, sondern zwei wahre Hymnen der Konservativen: Merle Haggards „Okie from Muskogee“ und Guy Drakes „Welfare Cadillac“. Songs gegen die Hippies und gegen die Integrität von Sozialhilfeempfängern.
Doch Cash verweigerte die Songs, er kenne sie nicht, er wolle lieber seine eigenen Songs spielen. Soweit so gut, doch wer jetzt „I Walk The Line“ oder „Ring Of Fire“ erwartet hatte, der täuschte sich. Denn Cash spielte drei eigene Protestsongs: „What Is Truth?“, „Man In Black“ und „The Ballad Of Ira Hayes“. Songs mit Sympathie für die kritische Jugend, Songs gegen den Krieg und für die Armen, Songs für die Indianer. US-Präsident „Tricky Dicky“ Nixon hatte im Baptistensohn aus Arkansas seinen Meister gefunden. Nixon war sichtlich angefressen und der Rest war ein höflicher Austausch von Standpunkten.

Dylan geht auf Distanz
Während sich also Elvis an Nixon alleine wegen niedriger Beweggründe ranschmiss, und Cash ganz ernsthaft mit einem Anliegen und einer klaren Haltung dem Präsidenten gegenüber saß, so ist es typisch Dylan, dass er nie von sich aus das Treffen mit einem US-Präsidenten suchte. 1974 war es Jimmy Carter, damals noch Gouverneur von Georgia, der auf Dylans Comeback-Tour den Kontakt suchte, ihn und den Tournee-Tross zu sich nach Hause einlud, und fortan von seinem „guten Freund“ Bob Dylan sprach. Erst langsam kam die Gegenkultur beim Polit-Establishment an. Zumindest bei dem der Demokraten. Denn so blieb es dem nächsten Demokraten im Weißen Haus, dem ersten Baby-Boomer-Präsidenten, George Clinton, vorbehalten, Bob Dylan bei seiner Inaugurationsfeier spielen hören zu können und zu einer Ordensverleihung einzuladen. Doch Dylan leistete hier nicht mehr als Dienst nach Vorschrift. Keine gemeinsamen Statements, nur Spurenelemente von Small Talk.

Auch vom Obama-Hype ließ sich Dylan nicht von seiner distanzierten Umgang mit den Politgrößen abbringen. Im Gegenteil, er weigerte sich in Interviews hartnäckig Obama überschwänglich zu loben und legte den Schwerpunkt eher darauf, etwas verklausuliert, die wirkliche Macht der Präsidenten in Frage zu stellen. Dennoch sagte er Obamas deutlichen Sieg 2012 in einem Konzert voraus, spielte bei einem Konzert im Weißen Haus Protestsong-Klassiker und ließ sich auch von Obama einen Orden umhängen. Einen kurzen Diener und ein freundliches Schulterklopfen – mehr hatte er allerdings auch da nicht für Obama übrig.

Keiner will zu Donald Trump
Im Übrigen bekommt der 45. Präsident der vereinigten Staaten, Donald Trump, wenigstens die Musiker, die er wirklich verdient. Hatte er allen Ernstes Bruce Springsteen für seine Inauguriation angefragt und sich natürlich einen Korb geholt, so kristallisieren sich als Top Acts auf der Trump-Sause der Tabernakelchor der Mormonen und die Sängerin und Castingshow-Teilnehmerin, Jackie Evancho, heraus. Scheinbar wollen sich noch nicht mal seine Unterstützer Kid Rock und Ted Nugent sehen lassen.

Schade nur, dass dies nichts über die wirklichen Zuspruch von Trumps Politik in der Bevölkerung und seine Erfolgsaussichten als Präsident aussagt. Schließlich hat das Staraufgebot in Clintons Wahlkampf ihr auch nichts genutzt.

Love Songs For The Other America

4. Dezember 2016

Americana-Konzert mit großem Line-Up gegen Hass, Rassismus und soziale Spaltung in den USA und anderswo im Darmstädter TIP

Am Donnerstag, 19. Januar findet im Rahmen der Reihe „Americana im Pädagog“ ein ganz besonderes Konzert statt. Am Vorabend der Amtseinführung des 45. US-Präsidenten Donald Trump spielen Americana-Künstler wie Biber Herrmann, Markus Rill, Wolf Schubert-K. und Candyjane“ Lovesongs For The Other America“, Lieder des „anderen Amerika“, gegen Hass, Rassismus, soziale Spaltung und Gewalt.

„Der Trump-Sieg in den USA hat uns alle geschockt. Die Parallelen zu Deutschland und Europa sind nicht zu leugnen, der Hass gegen alles Fremde, nicht der Konformität zugehörigen, setzt sich über Grenzen hinweg. Die Gründe hierfür liegen jedoch woanders. Die Schere zwischen Arm und Reich muss geschlossen werden, die Globalisierungsverlierer und Abgehängten müssen wieder eine soziale Perspektive bekommen Politisch kann das Signal nur heißen, dass man die offene Gesellschaft verteidigt, in dem man sie endlich wieder sozial macht. Uns als Freunde der amerikanischen Musikkultur hat der Trump-Sieg natürlich umso mehr geschockt, weil der kommende 45. Präsident der USA all das ablehnt, was wir in den USA als das „andere Amerika“ stets besonders geschätzt haben“, erklären Thomas Waldherr und Wolf Schubert-K., die die Idee zu dieser Veranstaltung hatten, und sie mit Unterstützung von Klaus Lavies vom „Theater im Pädagog“ organisiert haben.

„An diesem Abend spielen wir die Songs der Bürgerrechtsbewegung und der Gewerkschaften, der LGBT-und Grassroots-Bewegungen: die Musik von Woody Guthrie, Pete Seeger, Joan Baez, Bob Dylan, Bruce Springsteen, Patti Smith, Tom Morello, Ani DiFranco oder Hurray For The Riff Raff. Zudem wollen wir aus Werken von Allen Ginsberg oder John Steinbeck lesen oder Martin Luther King und Franklin D. Roosevelt zitieren“, erläutern Waldherr und Schubert-K. das Konzept des Abends.
Mit dabei sind: Biber Herrmann, Markus Rill, Wolf Schubert-K., Candyjane, die DoubleDylans, Dan Dietrich, Vanessa Novak, Sue Ferrers & Steffen Huther, Klein & Glücklich, Jen Plater sowie als Moderator Thomas Waldherr.

Die Veranstaltung im Theater im Pädagog beginnt um 20 Uhr, der Eintritt beträgt 15 Euro. Karten können im Vorverkauf online unter http://www.paedagogtheater.de erworben werden. Vorbestellungen sind unter 06151 – 66 01 306 telefonisch und unter theaterimpaedagog@gmx.de per E-Mail möglich.

Warum ich mich weiter mit „Americana“ beschäftigen werde – jetzt erst recht!

12. November 2016

Der Wadsc01558hlsieg Trumps hat mich geschockt. Ich hatte gehofft, dass man mit einem blauen Auge und dem kleineren Übel davon kommen werde. Damit die Rechtssicherheit, die Gewaltenteilung, der Schutz von Minderheitenrechten und die Versammlungsfreiheit erhalten bleibt, damit ein in zentralen Bereichen auch gegen eine Präsidentin Clinton auftretendes amerikanisches demokratisches linkes Projekt unter Bernie Sanders überhaupt die Möglichkeit hat, sich zu formieren. Das wissen wir nun so nicht. Die USA sind in Aufruhr und Trump gibt ambivalente Zeichen. Aber wenn man sich die Männer und Frauen ansieht mit denen er sich umgibt, dann darf man sich keine allzu großen Illusionen machen. Amerika hat seinen Erdogan, seinen Putin gefunden. Dort kann man sehen wie mit einer kritischen Öffentlichkeit und oppositionellen Kräften umgegangen wird.

Es wird aber Trump nicht so einfach gelingen, sein Volk zu domestizieren, wie das dem neuen Sultan und dem neuen Zaren gelungen ist. Trump hat bei den Wahlen keine Mehrheit der abgegebenen Stimmen erhalten. Er hat stattdessen die Mehrheit der Wahlmänner- und Frauen bekommen. Die Opposition ist in der Mehrheit. Aber ist sie auch strategisch in der Lage, geeint zu sein? Und zieht sie aus diesem Desaster auch die richtigen Schlüsse? Schließlich ist das ja das Ergebnis von 35 Jahren Neoliberaler Herrschaft, der sich ja auch die Demokraten seit Bill Clinton ergeben haben, indem sie die soziale Frage, die Verteilungsgerechtigkeit und die Besitzverhältnisse in keinster Weise mehr als zentrale Fragestellungen verfolgten. Ziehen sie also die richtigen Schlüsse? All das wissen wir im Moment nicht.

Was einem aber hilft, ist das Wissen, dass Amerika ja schon immer nicht nur das Land von Konzernen, Football, Hamburger und Coca-Cola war und ein Projekt des Konsums war, sondern dass es schon immer starke progressive Bewegungen hatte. Die alte linke Arbeiterbewegung, die zu den Zeiten des Roosevelt’schen New Deal einen vorher wie nachher nie dagewesenen gesellschaftlich-kulturellen Einfluss hatte, die Bürgerrechtsbewegung, die kritische Jugendbewegung und die Anti-Vietnam-Bewegung der 1960er, die LGBT-Bewegung und die ökologischen und konsumkritischen Grassroots-Bewegungen.

Diese alte und die neue Linke, „das andere Amerika“, hat einen kulturellen Überbau geschaffen, der auch über den Atlantik geschwappt hat und uns alle heute noch beeinflusst. Von der Musik der Klassiker wie Woody Guthrie, Pete Seeger, Joan Baez und Bob Dylan über Patti Smith und Bruce Springsteen bis hin zu Tom Morello, Ani di Franco, Rhiannon Giddens oder „Hurray For The Riff Raff“. Oder die Literatur von Ginsberg, Steinbeck und Kerouac, oder die Filme von Robert Redford und den Coen-Brüdern und die Dokumentationen von Michael Moore. Das ist mein Amerika. Das ist mein „Americana“. Und dabei bleibe ich.

Dieses Amerika kämpft derzeit und ist noch nicht untergegangen. So wie wir jetzt verstärkt gegen die Le Pens, Petrys und Wilders‘ kämpfen müssen. Und so wie ich politisch kämpfen werde, so werde ich mich auch weiterhin voller Enthusiasmus mit der Kultur des „anderen Amerika“ weiter beschäftigen. Jetzt erst Recht!

Dan Dietrich: Behind The Music/ Dan Plays Dylan

2. November 2016

Foto: Daniela Hillbricht

Foto: Daniela Hillbricht

Am 11. März diesen Jahres erfüllte sich der Darmstädter Dan Dietrich, seines Zeichen Songwriter und Dylan-Apologet, einen lang gehegten Wunsch. Im Hoffart-Theater lud er zu einem Abend der besonderen Art. Im ersten Teil stand er im Mittelpunkt einer Art Late-Night-Show, die so ziemlich alles umfasste aber auch persiflierte, was zu einer Late-Night-Show gehört. Das absolut unterhaltsame Format ging dann in ein besonderes Konzert über. Einem Live-Special von Dietrichs Programm „Dan Play Dylan“, mit der er im Herbst 2015 auf Solotour gegangen und Ende Februar auch zu Gast bei „Americana im Pädagog“ gewesen war. Der Clou: Hier trat er mit einer illustren Begleitgruppe auf, den Darmstädter-Kult-Balkan-Folk-Rocker „Besidos“.

Von diesem denkwürdigen Abend hat Dan nun eine Live-CD „Dylan plays Dylan“ sowie ein 2 DVD-Set veröffentlicht, das den gesamten Abend festhält. Das DVD-Set ist absolut sehenswert, aber hier möchte ich explicit für Dans Dylan-Interpretationen werben. Im November 2015 hatte ich an dieser Stelle geschrieben: „Selten habe ich Dylan-Titel in letzter Zeit so nah am Original und trotzdem ganz anders gehört wie bei dem Songwriter aus Südhessen. Seine Arrangements sind raffiniert einfach und eindringlich, seine Stimme ist voller Wärme, sein Gesang ausdrucksvoll. Da singt einer voller Überzeugung und ohne Überhöhung, mit Respekt aber ohne falsche Ehrfurcht die Songs seines berühmten Songwriterkollegen.“ Und die Live-Aufnahmen belegen dies erneut.

Dietrichs ist immer Dietrich. er schafft es, Dylan auf seine Weise zu spielen. Er gibt den Songs einen musikalischen Drive, der sie sicher für den einen oder andere zugänglicher macht, ohne dass das dem Wesen der Songs entgegenläuft. Und die Auswahl seiner Live-Band verstärkt dies noch einmal. Deren musikalische Basis passt bestens zu den Dylan-Songs. Die musikalischen Arrangements von Klassikern wie „I Want You“, „I Shall Be Released“ oder dem Meisterwerk „Man In The Long Black Coat“ erinnern manchmal an Dylans „Desire“-Phase und entwickeln einen unbeschreiblichen Sog, erfassen den ganzen Körper. So sehr, dass am Ende des Konzerts im März alle Gäste zu Bob Dylans/Dan Dietrichs/Besidos‘ Musik tanzten.

„Dan plays Dylan“ ist für mich eines der schönsten und gelungensten Dylan-Cover-Projekte der letzten Jahre. Möge Dan Dietrich in der Zukunft immer mal wieder darauf zurückkommen und es weiter entwickeln. Denn Dan Dietrich ist hierzulande einer der wichtigsten zeitgenössischen Bob Dylan-Interpreten.

Dan Dietrich ist auf facebook: https://www.facebook.com/dan.dietrich.186?fref=hovercard
Hier kann man auch mit ihm wegen CD und DVD Kontakt aufnehmen.

Einen Einblick in „Behind The Music/ Dan plays Dylan“ gibt es hier:

Americana-Pop

19. September 2016

magic-fireEin paar subjektive Gedanken darüber, was eine Platte zum perfekten Pop-Album macht

Im Zusammenhang mit „Magic Fire“ dem neuen Album des Americana-Trios „The Stray Birds“ habe ich auf country.de vom perfekten „Pop-Album“ gesprochen und geschrieben: „Es gibt Alben, in die verliebt man sich schon nach wenigen Takten und Tönen, und ist am Ende voller Seligkeit ob der Schönheit und Vollkommenheit des Gehörten. In dieser ausgeprägten Form ist mir das schon lange nicht mehr so passiert wie hier…“

In der Tat. Das letzte Album, welches das geschafft hat, war Willie Niles „American Ride“ (2013). Und vorher „Tempest“ von Bob Dylan (2012). Wie Bob Dylan und Pop? Na, ja Populärmusik macht Dylan ja schon seit 54 Jahren. Er macht eingängige Folk- und Rockmusik, die möglichst viele Leute erreichen soll. Daher veröffentlicht er seine Musik mittels Musikverlage und Tonträgerfirmen gegen Bezahlung, damit er und das Business dabei verdienen können. Das ist das Wesen der Popmusik. Sie versucht, möglichst viele Menschen zu erreichen und dabei zu verdienen. Ein Großteil der Popmusik will vor allem Herz, Bauch und Beine erreichen. Das ist Elvis gelungen, das ist den Beatles gelungen. Dylan war der erste, der auch den Kopf und den Verstand der Menschen erreichte. Dylans Musik Mitte der 60er – die Alben „Bringing It All Back Home“, „Highway 61 Revisited“ und „Blonde On Blonde“ war Pop und beides: Avantgarde und Mainstream. Weil die Avantgarde damals Mainstream war. Seine Musik war später immer populär, Pop aber war sie nicht immer.

Was macht aber ein perfektes Pop-Album aus? Nun, es übersetzt gesellschaftliche Befindlichkeiten in Musik, die viele Menschen erreicht und bewegt. Zwei meiner ersten Alben, die ich besaß waren „Desire“ von Bob Dylan (1976) und „Rumours“ von Fleetwood Mac (1977) waren perfekte Pop-Alben. Beides waren die letzten Alben des Aufbruchs der 1960er und 1970er Jahre. Dylan beschwörte mit „Desire“ und der verbundenen „Rolling Thunder Review“ noch einmal die Kraft der Gegenkultur, der Gesellschaftskritik und der Utopie einer anderen, besseren Welt herauf. „Rumours“ ist das federleichte Dokument einer Band, deren Leben hinter der Platte als Hippiekommune in Eifersucht, Besitzansprüchen und Beziehungskämpfen zu explodieren droht. 1977 trieb der gewaltsame Kampf der RAF ihrem unrühmlichen Höhepunkt zu, die Linke hatte ihre Unschuld verloren, die Zeit des gesellschaftlichen Roll-Backs brach an, nur kurz unterbrochen durch die Anti-Strauß-Wahl 1980, bevor Kohls geistig-moralische Wende ausgerufen wurde. 1977 wurde Jimmie Carter Präsident, war bemüht, integer, aber glücklos, denn dahinter wartete schon Ronald Reagan darauf, ab 1981 mit seiner neoliberalen Wende den Grundstock für Probleme zu legen, die erst heute in ihrer ganzen Dramatik deutlich werden. Bereits 1979 wurde Maggie Thatcher britische Premierministerin und zerstörte die stolze britische Arbeiterbewegung. 1977 erschien übrigens kein Bob Dylan-Album. Stattdessen kam er 1978 zurück als Entertainer im Show-Anzug und wurde danach von 1979 bis ’81 vorübergehend ein christlicher, missionarischer Eiferer.

Zweitens: Ein perfektes Pop-Album muss eingängige Melodien haben, Geschichten erzählen, die Menschen bewegen und Texte, die im Kopf bleiben. Es muss mal tiefgründig, mal leichtfüßig, mal traurig, mal froh sein. Ein perfektes Pop-Album ist im besten Falle wie das Leben, Ausnahmen bestätigen die Regel. Ein Tony Marshall-Stimmungsalbum ist daher ebenso wenig ein perfektes Pop-Album wie „The Best Of Zwölftonmusik“.

Nicht entscheidend für ein perfektes Pop-Album ist allerdings sein kommerzieller Erfolg. Mit den gesellschaftlichen Veränderungen seit Ende der 1970er Jahre hat sich auch die Musik wieder verändert. Mit dem Folk- und Bluesrevival und dem durch Dylan hervorgerufenen Erfolg der Singer-Songwriter-Kultur waren die alten kommerziell konstruierten Pop-Schlager und ihre Schöpfer ins Hintertreffen geraten. Erst als der Kraft des gesellschaftlichen Aufbruchs die Luft ausging kamen neue Musik-Konfektionierer ans Werk, die erst Disco und dann den 80er Jahre Plastik-Pop schufen. Nur absolute Superstars wie Springsteen, die Stones oder eben Dylan waren noch in der Lage, als freigeistige, einigermaßen unabhängige selbst Künstler auch kommerziell erfolgreich zu sein. Kommerziell erfolgreiche Musik entsteht heute in ihrem weitaus größten Teil auf dem Reißbrett. Großartige kreative Musiker und Singer-Songwriter bleiben Geheimtipps und spielen auf Kleinkunstbühnen und in Kneipen und leben von Konzerten und Direktvertrieb per Internet, weil es in Radio und Fernsehen keine Sendeplätze mehr für ihre Musik mehr gibt. Heute würde kein Dylan, kein Jagger und Lennon mehr zum Superstar. Es gibt daher wunderbare Alben, die die Verhältnisse, die Befindlichkeiten und den Zeitgeist perfekt treffen und dennoch im Grunde die Massen nicht erreichen, weil ihnen die entsprechenden Vertriebswege fehlen.

Und warum waren „Tempest“, „American Ride“ perfekte Pop-Alben, warum ist „Magic Fire“ ein solches? „Tempest“ war, wie alle Spätwerke Dylans auch ein kommerzieller Erfolg. Das liegt auch daran, dass das Dylan-Publikum durchaus ein wohlhabendes ist, das sich auch noch mehrere Editionen desselben Werks gönnt. „American Ride“ war nicht kommerziell erfolgreich, „Magic Fire“ wird hier sicher ein bisschen besser abschneiden.

Dylans „Tempest“ ist auch das Zeugnis des Alterungsprozesses eines Künstlers. Es geht Viralität, Potenz, Unglück Liebe und Gewalt, es geht um unglückliche Liebe und gewalttätige Liebe. Die Themen werden mit solch einer Erzählfreude, Text- und Musikkompositionskunst und in einem Bilderreichtum behandelt, dass es den mitgealterten Fans die Erinnerung an den jungen Dylan wieder gibt und den Jüngeren das Besondere an dem knorrigen alten Kerl verdeutlicht. Und sicher sind die Themen, die archaischen Bilder und die Roots Music genau das, was die Ü40er, die zu einem Großteil das Dylan-Publikum stellen, erreicht. Darüber hinaus zeigt es Dylans Können als Komponist, Arrangeur und Produzent. Das Album hat genau die richtige Mischung aus schnelleren und langsameren Stücken, deren Melodien und Arrangements und Genres deutlich unterscheidbar sind. Jeder Song ist ein Unikat und genau in dieser Reihenfolge machen sie zusammen ein großes Album aus „Tempest“. Auch wenn es aufgrund seiner vorherrschenden Grundstimmung durchaus die Ausnahme zur oben genannten Regel darstellt.

Willie Niles „American Ride“ ist das perfekte Beispiel für ein Album, das in einer besseren Welt überall im Radio zu hören wäre, aber im Format-Dudelfunk nicht stattfindet. Dabei sind Tempovariabilität, Themenmischung, Melodieneingängigkeit und Bildsprache einfach perfekt. Willie Nile ist ein perfekter Rock-Solokünstler auf einer Höhe mit Dylan, Springsteen oder Tom Petty. Nur leider ein zu spät gekommener, der noch dazu Probleme mit den Plattenfirmen hatte.
Und jetzt also „Magic Fire“ von „The Stray Birds“. „Mitreißende, eingängige Musik, eine Band mit Charisma, eine perfekte Produktion und Themen und Lyrics, die bewegen und ergreifen, ohne konstruiert oder bemüht zu wirken“, habe ich auf country.de geschrieben. Und tatsächlich, es trifft den Zeitgeist. Die Themen sind Veränderungen – gesellschaftlich und individuell – die Religion als politische Waffe oder menschliche Schicksale. Und das stets sehr bildreich. Vieles wird angerissen, aber nicht explicit ausgeführt, so dass es der Phantasie des Hörers überlassen wird, die Dinge zusammenzuführen oder zu weiterzudenken. Es zeigt aber auch wie weit entfernt die Leute, die diese Musik machen und die, die sie hören von dem zu sein scheinen, was momentan sich in den USA politisch abspielen. Das ist so und doch nicht. Denn die Musiker sind keine Eskapisten, ihr Menschenbild ist nur meilenweit von dem Hass entfernt, den Trump predigt. Ein perfektes Pop-Album kann natürlich politisch sein. Dieses hier ist es indirekt, weil das alles fehlt, wofür Trump und die Republikaner stehen.

Perfekte Americana-Popalben atmen stets den Geist des amerikanischen Glücksversprechens. Auch wenn dieses Versprechen schon zigmal gebrochen wurde. Dieses Glücksversprechen lohnt sich hochzuhalten, denn es macht keinen Unterschied zwischen Rassen und Religionen. Und es kennt keine Zäune und Mauern.

Und so stimmt immer noch, was ich schon vor Jahren schrieb: Americana ist das Musikgenre, das wie kein anderes die Wurzeln, die Träume und den Zusammenhalt der amerikanischen Gesellschaft beschwört.

Woody Guthrie: Old Man Trump

4. August 2016

woody-guthrieAusgerechnet der Heilsbringer der weißen amerikanischen Arbeiterklasse – der „Klasse an sich“, nicht der „Klasse für sich“, hier unterscheidet Marx sehr fein – ist einer, der seinen Reichtum geerbt hat. Donald Trump: Nichts geleistet, nichts geschafft, nur geerbt, spekuliert, gekauft, verkauft und immer mal wieder was gewonnen. Und das meist auf dem Rücken von Arbeitern. Und da ist Donald ganz sein Vater. Der hatte mit Hilfe öffentlicher Gelder Mietshäuser gebaut, in denen er keine Schwarzen wohnen ließ.

Woody Guthrie bemerkte dies zu spät und wohnte eine Zeit lang in einem der Häuser Trumps. Und hat darum einen Song voller Wut über den rassistischen „Old Man Trump“ geschrieben. Ryan Harvey, Tom Morello und Ani DiFranco haben Woodys Text kongenial vertont. Anhören, teilen und teilen und teilen. Denn eines muss uns klar sein. Ein Präsident Donald Trump wird alles daran setzen, ein Herrscher zu werden, dem Demokratie, Gewaltenteilung, Rechtssicherheit und Gerechtigkeit genauso wenig bedeuten wie Erdogan, Orban, LePen und den Leuten von der AFD. Daher gilt es, Trump zu verhindern. Und das geht nur, indem Hillary Clinton Präsidentin wird. Alleine, um die Möglichkeit zu erhalten, die Gesellschaft wieder fortschrittlicher und gerechter zu machen. Unter einem Absolutisten Trump wird es diese Möglichkeit kaum geben. Denn der wird gnadenlos regieren. Also Schluss mit der Angewohnheit der europäischen Linken, Trump als Witzfigur zu sehen. Sein Vater war schon keine.

Musik aus der Region im Geist von Bob Dylan und Neil Young

31. Juli 2016

Germanicana-Folkfestival gastiert am 13 August erneut in Darmstadt

Wenn am 13. August das Germanicana-Folkfestival erneut Station in Darmstadt macht, dann spielen dort zwar Musiker aus der Rhein-Main-Region, aber überxGermanicana 2-2016_Plakat A2 - 3 allen Darbietungen schwebt der Geist der großen amerikanischen Singer-Songwriter wie Bob Dylan, Neil Young, Hank Williams oder Woody Guthrie. Ideengeber und Initiator Wolf Schubert-K. – mit seiner „Sacred Blues Band“ auch Teil des Programms – drückt es so aus: „Die amerikanische Musik speist sich aus dem, was die Einwanderer mitgebracht haben, nun kommen die amerikanischen Einflüsse zurück über den Teich.“

Nach der gelungenen Premiere im vergangenen Jahr mit einem stimmungsvollen Abend in der schönen Atmosphäre des Hofs vor dem Hoffart-Theater, hoffen die Macher heuer auf eine ähnlich gelungene Neuauflage. „Wir möchten nach Americana im Pädagog das zweite Rootsmusik-Format in Darmstadt fest etablieren“, erklärt Thomas Waldherr die Zielrichtung für das Sommer-Open Air. Waldherr, der im Theater im Pädagog die Americana-Konzertreihe aus der Taufe gehoben hat, bildet mit Schubert-K., Klaus Lavies vom TIP sowie dem Team des Hoffart-Theaters um Andreas Waldschmitt die Organisationscombo des Freilicht-Abends.
Auf dem Programm stehen neben dem schon besagten „Wolf Schubert-K. & The Sacred Bues Band“ aus Frankfurt und Umgebung, „Candyjane“ und „Delta Danny“ aus Darmstadt sowie ein noch nicht namentlich benannter Newcomer-Act. Es verspricht ein sehr vielseitiger Abend zu werden: Delta Danny bringt den Mississippi-Blues an den Woog, sie hat den Blues im Blut und in der Stimme. Die Gitarristin blättert in der frühen Blues-Geschichte:Von den Roots des Country-Blues zu den traditionellen Blues-Songs zwischen Memphis und Chicago.

Auf den Spuren amerikanischer Folk-, Blues- und Countrymusik kreieren Candyjane ihren ganz eigenen high lonesome Sound. Westerngitarre, Gesang, Lapsteel-Gitarre, Kontrabass und Cajon erzeugen sehnsuchtsvolle Schwingungen, die lakonischen Songtexte tun ihr übriges. So changieren sie mit ihrem Country-Soul in bemerkenswerter Weise zwischen Hank Williams und Southern Gothic.

Frisch aus Kanada zurück kommt Wolf Schubert-K. dieses Mal zum Festival. In British Columbia spielte er diesen Sommer ein paar erlesene Soloshows. Folk, Country und Roots Elemente bilden immer noch das Fundament für den Sound seiner Sacred Blues Band. Die Songs dokumentieren jetzt mehr denn je einen leidenschaftlichen Aufbruch und sind ein Appell an die Freiheit. Ganz im Geiste der Vorbilder Bob Dylan und Neil Young.

Und bildhaft, schnell und poetisch slammt und shoutet Roger Jones sich auch dieses Jahr wieder durch die Amerikanische Musikgeschichte.
Beginn ist 18 Uhr, der Eintritt beträgt 20,- Euro, bzw. 18,- Euro im Vorverkauf. Kartenverkauf und Vorbestellungen: Ticketshop im Luisencenter, telefonisch unter 06151/ 4 92 30 14 oder auch online unter: http://www.ztix.de/ticketshop/kalender.html

SONiA Rutstein

1. April 2016

SONiA1Phil Ochs ist ihr Vorbild, sie ist die Cousine von Bob Dylan und ihre Live-Auftritte sind mitreißend

Ich kann mich noch gut erinnern an ihren ersten Auftritt bei „Americana im Pädagog“ im letzten Jahr. Das Echo hatte im Vorfeld einen großen Artikel über sie veröffentlicht, sie als tolle Songwriterin und Cousine von Bob Dylan gewürdigt und auf ihre Vorliebe für die Songs von Phil Ochs hingewiesen. Der Boden war bereitet.

Doch ihr Konzert hätte mehr Zuschauer verdient gehabt, denn es war der erste schöne, laue Frühlingsabend 2015 und die Leute zog es nicht in Massen den Keller hinunter. Die Berichterstatterin des Echos schrieb dennoch eine fabelhafte Konzertkritik, denn wer nicht da gewesen war, der hatte wirklich etwas verpasst.

Mit wie viel Energie und Temperament diese kleine, zierliche Frau die Bühne einnimmt, ist mitreißend. Sie singt Folkmusik mit Rock- und Pop-Appeal und ihre Lieder handeln von der Liebe und von der Menschlichkeit und wenden sich gegen Homophobie, Rassismus und Krieg. Ihre Musik ist lyrisch und packend – vital und sensibel zugleich – ihre klare Stimme mal zart, mal kraftvoll.

Sie ist eine bemerkenswerte Künstlerin, der die ganz große Karriere verwehrt blieb, aber sich dabei stets treu geblieben ist. Und sie ist ein wunderbarer Mensch auf den ich mich einfach sehr freue. Am nächsten Donnerstag, 7. April (20 Uhr/Eintritt 10 Euro), spielt sie erneut im Pädagog. Welcome back, SONiA!

Karten zum Konzert von SONiA können im Vorverkauf online unter http://www.paedagogtheater.de erworben werden. Vorbestellungen sind unter + 49 (0) 6151 – 66 01 306 telefonisch und unter theaterimpaedagog@gmx.de per E-Mail möglich.

Und hier eine kleine Video-Playlist von SONiA: