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Jen Plater

6. November 2012

Neo-Folk heißt das Zauberwort dieser Tage. Auch hierzulande gibt es junge Musikerinnen und Musiker, die sich dieser Musik verschrieben haben. Jen Plater ist eine davon. Diese interessante Singer- Songwriterin aus Frankfurt möchte ich hier gerne einmal vorstellen.

Zuhause im Kreis der Musikfamilie
Und dann ist es da: Dieses breite Grinsen. Ein deutliches Zeichen dafür, dass Jen Plater da ist, wo es jetzt gerade am Schönsten ist: Auf der Bühne der „Frankfurt Art Bar“. Das Zuhause ihrer musikalischen Familie. Die trifft sich hier regelmäßig donnerstags abends zum Musizieren auf der Open Stage. Und Jen ist heute mal wieder zum Familientreffen gekommen. Anwesend sind erfahrene Recken und junge Talente.

Drei Leben
Jen ist in Magdeburg geboren und groß geworden. Aus einer sportlichen Familie stammend, begann sie sehr früh mit dem Schwimmsport und wurde eine erfolgreiche Jugendschwimmerin. Doch den Schwimmsport gab sie mit sechzehn zugunsten des Fußballs auf. Nachdem sie unterdessen nach Frankfurt gekommen war, endete aber auch diese Sportkarriere abrupt. Eine Verletzung stoppte sie mit 22 Jahren. Der Startschuss für die Musik…

Über Menschen und Situationen erzählen
Jen wäre nicht Jen, wenn ihr ein geregeltes bürgerliches Berufsleben reichen würde. Sie suchte nach neuen Herausforderungen. „Nach dem Sport war da eine Leerstelle“, sagt sie dazu. Jen füllte sie mit Musik. Beziehungen, Liebe und Verlust sind dabei ebenso Themen ihrer Songs wie gesellschaftliche Probleme. „Ich blicke auf die Welt. Auf Menschen, auf Gesellschaft und auf das, was wir tun. Wir lieben oder führen Kriege. Auch über die Ängste davor schreibe und singe ich.“

Wollte sie im Sport Erfolg haben, so sieht sie die Musik als Ventil für anderes: „Meine Musik hat für mich mehr mit Selbstverwirklichung als mit Erfolgsgeilheit zu tun“, stellt sie klar.

Applaus ist wichtig – aber!
Eher ist im Job der Erfolg das Maß der Dinge. In der Musik kommt es auf andere Dinge an: „Applaus ist schön, aber wichtiger ist für mich, das ich mir selbst treu bleibe und zu mir selbst stehen kann“, erklärt sie entschieden. Daher will sie auch weder aufgehübscht produziert, noch massentauglich trainiert oder gecastet werden. Folk ist und bleibt ihre Musik. „Danny Kelly, Daniel Kahn und Mumford & Sons sind meine Vorbilder und der Film „Once“ war wie eine Initialzündung“. Sie findet ihn romantisch und er trifft sich mit ihrem Schwarm für die Iren.

Professionalisierung ist notwendig
Doch bei allem Idealismus, hat sie aber dennoch den Drang voranzukommen, möchte professioneller werden, ihre Musik mehr Menschen bekannt machen. „Wir arbeiten an einer EP, die man großflächiger an Musikredaktionen von Print, Online und Radio schicken kann.“

Eine, die es wirklich schaffen kann
Jen hat wie alle anderen Künstler beim der „Open Stage“ nur drei Songs. Aber in die steckt sie alles. So wie sie bei jedem Auftritt alles gibt. Ob im rappelvollen Ponyhof oder im Kreis der „Familie“ in der „Frankfurt Art Bar“. Am Ende singt sie natürlich ihren Ohrwurm „When Tears Begin To Dry“ Und die Familie singt und klatscht begeistert mit. Denn so mancher alter Musikrecke spürt: „Hier ist eine von uns, eine, die es wirklich schaffen kann!“ Und Jen? Die grinst zufrieden.

Jen Plater: When Tears Begin To Dry