Two Ol‘ Blue Eyes

Bob-Dylan-Shadows-in-the-NightJetzt ist es also amtlich. Bob Dylans kommendes Studioalbum heißt „Shadows In The Night“ und erscheint am 3. Februar 2015. Es enthält nur Sinatra-Songs. Wir sind gespannt, inwieweit es geklappt hat, die Arrangements für 30 Personen-Bands auf die Dylan’sche Five Piece Band umzuschreiben und wie zu allem Dylans Stimme harmoniert. Einen kleinen, zu wenig aussagekräftigen Vorgeschmack haben wir schon bekommen. So durften wir doch schon mit „Full Moon And Empty Arms“ als erste Auskopplung sowie „Stay With Me“ als Zugabe auf der letzten Tour hören.

Dylan und Sinatra – da war doch was. Richtig. Auch wenn Bobby Blue Eyes als Singer-Songwriter das Musikbusiness revolutionierte und die Tin Pan Alley gleichsam ruinierte, seine Ehrfucht vor dem Great American Songbook als eine – wenn auch die am wenigsten hörbare – Wurzel seiner Musik begleitet ihn schon über lange Zeit. Die Verehrung für Sinatra ist ehrlich. Ein bewegendes Dokument ist die große TV-Show zu Frankies 80. Geburtstag, bei der Dylan eine wunderschöne Fassung seines „Restless Farewell“ zu Ehren des großen Sängers intoniert.

Musikalisch war von einer Beziehung zu Swing- und Jazzschlager in Dylans Werk bislang wenig zu spüren. Allein das für ihn äußerst ungewöhnliche „If Dogs Run Free“ von 1970 (LP „New Morning“) mit jazziger Melodieführung und mit Frauen-Scatgesang als zweite Stimme lässt sich bis in die jüngste Zeit als Beleg anführen. Seine Weihnachtsplatte „Christmas in The Heart“ 2009 und seine Radio Show waren dagegen echte Zeichen dafür, welche Pläne bei Dylan reiften.

Nun also „Bob sings Frank“. Der erfolgreichste Sänger mit der umstrittensten Stimme der Rockgeschichte singt die Songs von dem, der so unangefochten war, dass man ihn nur „The Voice“ nannte. Ganz schön selbstbewusst, der alte Bob. Dylan spricht davon die „totgecoverten“ Songs wieder auszugraben: „Sie wurden begraben, um ehrlich zu sein. Meine Band und ich graben sie wieder aus. Heben sie aus ihrem Grab und bringen sie zurück ans Tageslicht.“

Wirklich ganz schön selbstbewusst, der alte Bob. Und das ist auch gut so. Es gab Zeiten, da traute er sich gar nichts mehr und am Ende kam auch nur Halbgares raus. Nun traut er sich seit geraumer einfach wieder, seinen Weg mit seiner Vorstellung von Musik zu  gehen. Das kann eigentlich nichts Schlechtes werden.

Hören wir hier nun den Beitrag von Dylan zum Sinatra-Geburtstag sowie „Full Moon And Empty Arms“:

 

 

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